Mutterschaftsentschädigung und Familienzulagen

Mutterschaftsentschädigung für freischaffende Arbeitnehmerinnen mit mehreren Arbeitgebenden

Die Mutterschaftsentschädigung kann von der Mutter direkt nach der Geburt des Kindes bei der zuständigen Ausgleichskasse beantragt werden. Für den Antrag ist das Formular Anmeldung für eine Mutterschaftsentschädigung auszufüllen, welches vom letzten Arbeitgebenden zu unterzeichnen ist (Stempel und Unterschrift). Das Formular kann unter folgendem Link heruntergeladen und direkt am Computer ausgefüllt werden:

Anmeldung für eine Mutterschaftsentschädigung

Für jeden Arbeitgebenden innerhalb der letzten 12 Monate muss zusätzlich ein Formular Ergänzungsblatt zur Anmeldung für eine Mutterschaftsentschädigung oder Arbeitgeberbescheinigung (für arbeitslose Frauen ohne Arbeitslosenentschädigung) ausgefüllt werden. Die Formulare können unter folgenden Links heruntergeladen und direkt am Computer ausgefüllt werden:

Ergänzungsblatt zur Anmeldung einer Mutterschaftsentschädigung

Arbeitgeberbescheinigung

Falls die Freischaffende während der Schwangerschaft bei der Arbeitslosenkasse gemeldet war, können auch diese entsprechenden Arbeitgeberbescheinigungen beigelegt werden.

Die Beiträge werden der Arbeitnehmerin direkt von der Ausgleichskasse am Ende eines Monats nachschüssig ausbezahlt. Der Anspruch auf Mutterschaftsentschädigung kann bis 5 Jahre nach Ablauf des 14-wöchigen Mutterschaftsurlaubs geltend gemacht werden. Danach erlischt er ohne weitere Ansprüche.

Kinder- und Familienzulagen

Kinderzulage

Die Kinderzulage ist eine selbständige Sozialleistung. Ihre Kosten werden von den Arbeitgebern solidarisch finanziert. Der Anspruch auf Kinderzulagen besteht für alle in der Schweiz wohnenden oder tätigen Arbeitnehmenden, sofern diese nicht anderweitig Anspruch auf Kinderzulagen haben. Die Höhe und Ausrichtung der Kinder- und Familienzulagen ist kantonal geregelt. Auskunft darüber erhält man über die kantonale Ausgleichskasse des Wohnkantons (Adresse hinterste Seite des Telefonbuches).

Für jedes Kind wird maximal eine volle Zulage ausgerichtet. In einigen Kantonen ist sie nach Alter und Anzahl Kinder abgestuft. Anspruch auf eine Kinderzulage hat jedes Kind bis zur Vollendung des 16. Altersjahres. Kinder, die sich in der Ausbildung befinden, haben Anspruch bis zum Abschluss der Erstausbildung, höchstens aber bis zur Vollendung des 25. Altersjahres.

Berechnung

Wer mindestens 80 Stunden im Monat erwerbstätig ist, hat Anspruch auf eine volle Kinderzulage. Wer einen niedrigeren Beschäftigungsgrad hat, hat Anspruch auf 1/80 der vollen Kinderzulage pro Kind und geleisteter Arbeitsstunde. Die Kinderzulagen müssen auch für Arbeiten am Samstag, Sonntag und Feiertagen sowie nicht kompensierten Überstunden ausgerichtet werden.

Bei Pauschalentschädigungen ist die im Vertrag insgesamt vereinbarte Arbeitszeit zur Ermittlung der Stundenzahl massgebend.

Ist der Arbeitnehmer bei mehr als einem Arbeitgeber beschäftigt, steht ihm der Anspruch gegenüber der Kasse des Arbeitgebers zu, bei dem er am meisten tätig ist oder bis zur Erreichung von 80 Arbeitsstunden jeden Monats.

Bei Vertragsabschluss müssen die Anzahl der Kinder und ihr Alter angegeben werden. Die Auszahlung erfolgt gleichzeitig mit dem Lohn.

Familien- und Ausbildungszulagen

Einige Kantone richten zusätzlich Familien- oder Ausbildungszulagen aus. Deren Auszahlung unterliegen den gleichen Konditionen wie die Kinderzulagen.

Familienzulagen im Kanton Zürich

Grundsätzlich muss der Arbeitgebende die Familienzulagen für seine Mitarbeitenden bei der zuständigen Familienausgleichskasse beantragen. Dies gilt auch für die Arbeitgebenden von freischaffenden Mitarbeitenden. Bei den befristeten Arbeitsverhältnissen werden die Familienzulagen pro rata temporis bewilligt und über den Arbeitgebenden ausbezahlt. In der Vergangenheit war das Prozedere für alle Beteiligten sehr aufwändig: Die Produzenten mussten auch für ultrakurze Arbeitsverhältnisse einen 5-seitigen Antrag des Arbeitnehmenden an die Familienausgleichskasse weiterleiten. Diese musste den Antrag prüfen und eine Verfügung zu Handen des Arbeitgebenden ausstellen. Auf der Suche nach einer Vereinfachung der Abläufe wurde das SSFV bei der SVA Zürich vorstellig. Inzwischen konnte mit der SVA Zürich folgende Sonderlösung vereinbart werden:

Ab 2011 können freischaffende Mitarbeitende mit häufig wechselnden Arbeitgebenden eine Direktauszahlung der Familienzulagen über die zuständige Familienausgleichskasse beantragen.

Dies bedeutet, dass in Zukunft nicht mehr der Arbeitgebende die Familienzulagen bei der SVA Zürich einfordern und an den Arbeitnehmenden weitergeben muss, sondern der Arbeitnehmende den Antrag selber stellen kann. Ausschlaggebend ist der Sitz des Arbeitgebenden im Kanton Zürich und nicht der Wohnort des Arbeitnehmenden. Für die Beteiligten ändert sich das Verfahren wie folgt:

Arbeitnehmende:
Der Arbeitnehmende meldet seinen Anspruch von Arbeitgebenden aus dem Kanton Zürich bei der SVA Zürich an. Der Antrag auf Direktzahlung der Familienzulagen (1) ist grundsätzlich per Ende Jahr (2) einzureichen und mit folgenden Angaben und Unterlagen zu ergänzen:

  • Anmeldung für Arbeitnehmende: Link Text
  • Auflistung aller Engagements des vergangenen Jahres (3), inkl. Angabe der genauen Beschäftigungsdauer und des erhaltenen Lohnes
  • Einverständniserklärungen der Arbeitgebenden, dass die Familienzulagen direkt dem Mitarbeitenden ausbezahlt werden dürfen
  • Post- oder Bankverbindung für die Auszahlung

Die Einverständniserklärung muss vom Arbeitnehmer jeweils am Ende eines Engagements dem Arbeitgebenden vorgelegt und von diesem unterzeichnet werden. Es empfiehlt sich, den Arbeitgebenden bereits vor Beginn der Beschäftigung darauf hinzuweisen, dass die Familienzulagen selber beantragt werden.
Die Beiträge werden dem Arbeitnehmenden direkt von der SVA Zürich rückwirkend ausbezahlt.

(1) Betreff im Begleitbrief angeben
(2) in Ausnahme- bzw. Härtefällen kann dies auch vierteljährlich geschehen
(3) der vergangenen Monate (bei vierteljährlichem Antrag)

Arbeitgebende:
Der Arbeitgebende muss die vollständig ausgefüllte Einverständniserklärung unterschreiben. Ansonsten entstehen ihm keine weiteren Aufwände.

Für die Einverständniserklärung des Arbeitgebers haben wir ein Musterformular entworfen, siehe unten.